Wilhelm Schellerhoff - Gefallene des Ersten Weltkriegs aus Raesfeld

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Wilhelm Schellerhoff

Gefallene I. WK > S - St
Wilhelm Schellerhoff
Name:Schellerhoff
Vorname(n):Wilhelm
geboren am:09.01.1889
in:Raesfeld
gestorben:06.07.1915
in:La Bassée (Frankreich)
Gedenkstätte:Friedhof Raesfeld
Dienstgrad:Reservist
Beruf:
Fabrikarbeiter
Aus dem Felde wurde am 29. Juli 1915 gemeldet, dass der Reservist Wilhelm Schellerhoff, katholisch, geboren in Raesfeld am 09.01.1889, Fabrikarbeiter, ledig am 06.07.1915 in den Kämpfen bei La Bassée den Heldentod für König und Vaterland gestorben sei.

Das Grab befindet sich im Salomé bei La Bassée.



Wilhelm Schellerhoff hatte aktiv gedient von 1909 bis 1911 in Königsberg und zwar in der 12. Kompanie des Grenadier-Regimentes Deutscher Kronprinz Nr. 1. Nach der Mobilmachung eingezogen, wurde er schon bald leicht verwundet und kam in das Lazarett nach Gleiwitz.

Von dort schreibt er am 29.12.1914: "Ich habe die Weihnachtstage gut verlebt. Sonntag hat es den ganzen Tag geschneit. Wir haben hier ein gutes Weihnachtsgeschenk erhalten. Schreibt mir mal bald; denn ich habe in sechs Wochen schon keine Antwort mehr bekommen. Ich wünsche Euch allen ein fröhliches neues Jahr."

Und am 18.01.1915: "Morgen kommen wir nach Mülheim-Ruhr."

Von Mülheim aus ging es zum Westen und zwar nach Flandern.

1934: Johann Beckmann aus Erle erzählt: "Den Kameraden Wilhelm Schellerhoff lernte ich bei La Bassée kennen. Ich kam damals nach der Flandernschlacht zum Reserve-Regiment Nr. 91 und bei der Neueinteilung kam er in meine Korporalschaft. Dabei stellte es sich schon bald heraus, dass er aus Raesfeld war. Wir blieben in treuer Kameradschaft etwa ½ Jahr in dieser Stellung zusammen. Am Tage mussten wir Posten stehen und in der Nacht die neue Stellung ausbauen. Gegen 03:00 Uhr morgens rückten wir in die Unterstände.
 
Am 06.07.1915 wurden wir nachmittags um 04:00 Uhr aus vorderster Stellung abgelöst. Die Ablösung rückte durch unseren Laufgraben ein und deshalb waren wir gezwungen, einen Laufgraben des Nachbarabschnittes zu benutzen, der uns aber noch nicht bekannt war. Auf diesen Laufgrabenmund hatte der Engländer ein Maschinengewehr fest eingestellt und als daher Wilhelm Schellerhoff als einer der ersten den Laufgraben betrat, traf ihn die tödliche Kugel. Ich war einige Mann hinter ihm und hörte plötzlich einen leisen Schrei. Als ich hinzutrat, war er schon tot. Der Schuss war durch das Herz gegangen.

Nun rollten wir ihn in eine Zeltbahn und ließen ihn für diesen Tag im Graben. In der folgenden Nacht habe ich ihn mit noch drei Kameraden, die sich freiwillig meldeten, geholt. Bei der Beerdigung in Salomé war die ganze Kompanie angetreten. Nach der Ehrensalve schloss sich die Gruft über dem einzigen Kameraden aus der Heimat."

Hierzu schreibt noch sein Leutnant Rudolf Thomas an die Eltern am 09.07.1915: "Ich war sofort bei ihm, um ihn zu verbinden. Als ich ihm den Rock geöffnet hatte, war er schon verschieden. Er hat nur noch Sekunden gelebt. Seine Gesichtszüge zeigten tiefen Frieden. Mit einem Kranz, den seine Kameraden ihm gebunden haben, ist sein Einzelgrab geschmückt. Möge Gott ihnen in diesen schweren Tagen mit seinem Trost zur Seite stehen."

Wilhelm Schellerhoff
Wilhelm Schellerhoff, Grab
Bild oben: Das Grab von Wilhelm Schellerhoff.
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