Hermann Süthold - Gefallene des Ersten Weltkriegs aus Raesfeld

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Hermann Süthold

Gefallene I. WK > Su - W
Hermann Süthold
Name:Süthold
Vorname(n):Hermann
geboren am:14.09.1889
in:Raesfeld
gestorben:08.10.1918
in:Romagne (Frankreich)
Gedenkstätte:Friedhof Raesfeld
Brüder:Aloys, Josef und Wilhelm
Personalien: Hermann Süthold, katholisch, geboren am 14.09.1889 zu Raesfeld, Fabrikarbeiter, ledig, Infanterie-Regiment Nr. 135, 1. Maschinengewehr-Kompanie
Zusatz: Am 08.10.1918 abends um 09:00 Uhr am Westausgang von Romagne durch Artilleriegeschoss in den Kopf und in die Beine gefallen. Grabstätte: Ehrenfriedhof Mangiennes – Einzelgrab Nr. 1175.

Aus den Feldpostbriefen soll hier nur der Anfang des Krieges berücksichtigt werden.

06.08.1914: "Viele Grüße aus Metz. Ich habe hier Bernhard Bleker und Anton Scholtholt getroffen."

Frankreich, den 29.08.1914: "Gestern war ich in einer Kirche. Das Dorf war ganz eingeschossen worden. Ich war zufällig allein darin. Da war es mir so wohl, als wäre ich bei Euch zu Hause. Wo wir im Gefecht gewesen sind, darf ich nicht schreiben. Vater weiß aber Bescheid. Vater sagt auch: "Ein ruhiges Gewissen usw." Ich fühle mich ganz ruhig. Ich werde nie meine Hand ausstrecken nach fremdem Eigentum." Anmerkung: Vater Süthold war Krieger von 1870 und kannte die Schlachtfelder bei Metz.

Gravelotte, den 04.09.1914: "Ich bin jetzt wieder auf deutschem Boden. Morgen gehen wir wieder zur Front. 50 km von der Grenze entfernt liegt die Festung Verdun. Dort haben wir fünf Tage zur Belagerung gelegen. Bei Ravern-Éton waren wir von mittags 01:00 Uhr bis spät in die Nacht hinein im Gefecht. Was machen die anderen Brüder alle? Lieber Vater, Du warst vor 43 Jahren auch hier im Kriege bei Gravelotte. Ich habe mir gestern die Denkmäler angesehen. Wir kommen wahrscheinlich wieder nach Verdun zurück."

19.09.1914: "Im Heu liegend schreibe ich diesen Brief. Wir sind wieder vor Verdun, das ist eine sehr starke Festung. Unsere Artillerie schießt den ganzen Tag. Ich glaube, der Krieg dauert noch lange. Es regnet immer und man steht den ganzen Tag bis an die Knie im Wasser. 5 km von hier liegen tote Franzosen haufenweise herum. Die waren in Kolonnen herangekommen. Das hatte unsere Artillerie gesehen und da hineingeschossen."
26.09.1914: "Immer noch vor Verdun. Nachts werden wir mit dem Scheinwerfer beleuchtet. Montag und Dienstag haben wir schwer gekämpft. Als wir zurückgingen, bekamen wir starkes Artilleriefeuer von der Festung aus. Ich sitze hier so ganz allein auf einem Stein. 50 Schritt von mir liegen sechs tote Franzosen. Die haben auch gehofft, wieder nach Hause zu kommen."

09.10.1914: "Der große Wald hier vor Verdun wird so langsam zum stillen Friedhof. Die Franzosen machen nachts immer Sturmangriffe. Wenn Vater vom Krieg erzählte, dann haben wir wohl zugehört, aber, was das alles bedeutet, da haben wir nicht dran gedacht."

11.10.1914: "Die Franzosen in der Festung schießen gut. Einer von uns hat den Helm auf das Seitengewehr gesteckt und ist damit durch den Schützengraben gegangen. Da haben sie ganze Salven drauf geschossen. Wir liegen oft bis zu 48 Stunden im Schützengraben ohne Essen und dürfen uns kaum bewegen."

10.11.1914: "Wir liegen jetzt in Belgien, ungefähr an der Nordsee. 31 Stunden dauerte die Fahrt."

25.11.1914: "Gestern haben wir einen treuen Kameraden beerdigt. Er wurde bei unserem Quartier von einer Granate erschlagen. Wir standen mit 15 Mann um das Grab herum und weinten, wie die Kinder."

29.11.1914: "Wir sind wieder vor Verdun auf dem Berg in unserer alten Stellung. Wenn ich hier die armen Kinder sehe, dann tut es mir leid. Gestern habe ich für zwei Kinder Zucker gekauft, die hatten große Freude."

Vier lange Jahre ist Hermann Süthold dann noch durch die französischen Schützengräben gegangen. In zäher Verbissenheit, großer Heimatliebe und treuer Kameradschaft hat er hier seinen Mann gestanden, bis dann einen Monat vor Kriegsende eine feindliche Granate dem müden Krieger den ewigen Frieden schenkte.

Der Kompanie-Führer: "Bei einem Feuerüberfall auf das rückwärtige Gebäude wurde er durch Granatsplitter tödlich getroffen. Er hat bis zum letzten Atemzuge treu seine Pflicht getan."
Hermann Süthold links, rechts Anton Scholtholt
Am 13.08.1914 wurde obiges Bild aus Metz nach Hause geschickt mit der Bemerkung: "Es kann in jeder Stunde losgehen." Links sitzt Hermann Süthold, rechts Anton Scholtholt.
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