Johannes Becker - Gefallene des Ersten Weltkriegs aus Raesfeld

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Johannes Becker

Gefallene I. WK > A - Bri
Johannes Becker
Name:Becker
Vorname(n):Johannes Albert
geboren am:13.10.1892
in:Raesfeld
gestorben:28.04.1915
in:bei Jakubance, Gemeinde Podbrzezie, Litauen
Gedenkstätte:Friedhof Raesfeld
Dienstgrad:Dragoner
Beruf:
Schmied
Eltern:Albert Becker und
Maria geb. Kappe
 
Der folgende Brief gibt Auskunft, wie sich ein Kamerad von Johannes Becker nach 20 Jahren der Vorgänge erinnert:

 
Warendorf, den 10. August 1934

 
Den Brief  habe ich erhalten und so werde ich, soweit, wie es mir jetzt noch möglich, Auskunft geben.

 
Ich habe schon ein paar Briefe nach dort geschrieben, den letzten 1916, habe aber seitdem keine Antwort mehr erhalten. So habe ich keine Unterlagen mehr,ob mein Kamerad Johannes in Colmar gedient hat, jedenfalls war er dort nicht bei unserer Eskadron. War er nicht Ersatz-Rekrut bei der Ersatz-Eskadron, die damals in Baden lag oder sogar Freiwilliger? Es sind jetzt 20 Jahre her, und so weiß ich das nicht mehr. Soviel ich weiß, ist er in den Tagen vorher erst zu uns als Ersatz gekommen. Er war, ich meine doch, Schmied, hat aber nicht bei uns gearbeitet. Ich war bei unserer 4. Eskadron Fahnenschmied. Damals habe ich das Gut, von wo wir mit der Aufklärungspatrouille losgeritten sind, genau beschrieben. Er muss gefallen sein in der Zeit vom 30. März bis 15. Mai 1915. Es waren die Gefechte bei Krasne, die Stellungskämpfe zwischen Augustow – Mariamarl – Pilwiczki. Es war nicht weit von dem Niemen.

Spitzenreiter dieser Patrouille war der Dragoner Wolff aus Bochum, später Oberleutnant bei der Infanterie. Zweiter war ein Fahnenjunker, auch aus Bochum. Diesem wurde das Pferd erschossen, und er kam in russische Gefangenschaft. Johannes, so glaube ich, ritt als Dritter oder Vierter.
 
Eine russische Kosaken-Feldwache hatte sich auf einem Gehöft am Wege eingegraben und eröffnete das Feuer. Johannes hat aus geringer Entfernung den Schuss bekommen, er hielt sich noch ein paar Sprünge auf dem Pferd und fiel dann zu Boden. Es sind aber nur Augenblicke gewesen. Als wir Halt machten, fiel sein Pferd auch zusammen.

Am anderen Tag oder zwei Tage später, machten wir wieder eine Aufklärungspatrouille, um auch die verlorenen Kameraden zu suchen. Die Russen hatten sich zurückgezogen. Etwas weiter, als wir das Blut von Johannes fanden, war etwas gegraben worden. Wir ritten vorsichtig in das nahe gelegene Dorf und holten ein paar Zeugen, darunter den Vorsteher. Diese sagten unter Eid aus, die Kosaken hätten Johann schon tot aufgefunden. Ein Schuss durch den Kopf hätte seinem Leben ein Ende gemacht.

Die Einwohner des Dorfes sahen, wie er einen Rosenkranz und Bilder bei sich trug, da haben sie die Leiche auf ihrem katholischen Friedhof begraben. Das Grab war mit Blumen geschmückt und lag mitten vor dem großen Kreuz. Wir haben dann noch ein Kreuz aus Holz gemacht, seinen Namen und den Truppenteil und alles deutlich darauf geschrieben. Ob er später umgebettet worden ist, will ich wohl kaum glauben, weil dort in diesem Gebiet nur wenige gefallen sind.

Sind es auch schon 20 Jahre her, so wollen wir uns der Helden immer gerne erinnern. Er starb für dich mein Vaterland.
Es grüßt Johannes ehemaliger Kamerad, Unteroffizier und Fahnenschmied Josef Lau.
Johannes Becker, links
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