Bernhard Bischop - Gefallene des Ersten Weltkriegs aus Raesfeld

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Bernhard Bischop

Gefallene I. WK > A - Bri
Name:Bischop
Vorname(n):Bernhard Johann
geboren am:02.11.1889
in:Raesfeld
gestorben:15.10.1914
in:Iwangorod, Polen
Gedenkstätte:Friedhof Raesfeld
Eltern:Landwirt Johann Bischop
und Christina geb. Pieper,
Bruder von Heinrich Bischop
Bernhard Bischop
Aus der Sterbeurkunde:
Der Königlich Preußische Minister des Innern teilte unter dem 31.03.1915 mit, dass der Reservist des Garde-Grenadier-Regimentes Nr. 5, 4. Kompanie, Bernhard Johann Bischop, katholischer Religion, geboren zu Raesfeld am 02.11.1889, wohnhaft in Raesfeld, ledigen Standes, Sohn des Landwirtes Johann Bischop, am 15.10.1914 09:00 Uhr vormittags bei Iwangorod durch Herzschuss gefallen ist.

Feldpost vom 06.08.1914:
"… Ich bin wieder bei meinem alten Regiment in Spandau. Heute Nachmitttag haben wir unsere Sachen empfangen. ..."

26.08.1914: "… Als wir vor einigen Tagen in Namur einzogen, wurden wir sehr freundlich empfangen, aber es sollte bald anders werden. Als wir in der Festung waren, wurden von verschiedenen Stellen auf uns geschossen, auch aus den Fenstern erhielten wir Feuer. Die Häuser wurden angezündet. Es kamen fünf Männer und vier Frauen heraus, die Männer wurden erschossen, die Frauen hat man laufen lassen."

30.08.1914: "… In Frankreich hat man uns nicht mehr nötig. Wir werden in Aachen verladen und ziehen nach Russland. Im Schützengraben wurden wir von der feindlichen Artillerie beschossen. In meiner Gruppe war einer sofort tot, ein anderer war schwer verletzt. Auch unser Hauptmann erlitt einen Kopfschuss. Die Einwohner und Ostpreußen kamen uns schon alle entgegen, ihr Hab und Gut im Stich lassend. Sie suchen hier Unterkunft, aber alles ist überfüllt. Die Kosaken haben da gemordet, auch Frauen und Kinder. Wir denken nur immer: vertrau auf Gott, er hilft in der Not."

05.09.1914: "… Wir sind noch 140 km von der Grenze. Wo wir jetzt sind, waren gestern noch die Russen. Als sie von unserem Anmarsch hörten, da sind sie sofort zurückgegangen. Soeben marschierte noch die 7. Kompanie vorbei. Da bin ich noch bei Johann Grotendorst gewesen. Es geht ihm gut. Wie soll es uns auch schlecht gehen, in Lebensgefahr schwebt man ja immer, Hunger und Durst hat man auch genug, aber nur Geduld, es wird auch noch einmal anders."

15.09.1914: "… Bitte, seid nicht böse, wenn ich so wenig schreibe, einmal fehlt es an Karten oder man kann, wenn man geschrieben hat, die Feldpost nicht finden. Die ist nicht oft bei uns. In der letzten Schlacht hat die Garde 25.000 Russen gefangen. Diese Karte ist schon schmutzig geworden, aber es geht nicht anders, wenn man auf dem Felde im Graben liegt."

17.09.1914: "… Ich werde Dich in meine kurzen Gebete einschließen. Sollte der liebe Gott es beschlossen haben, mich in einer Schlacht abzuberufen, dann werde ich im Himmel Deiner gedenken."

18.09.1914: "… Wir sitzen im Zuge. Draußen hat es den ganzen Tag geregnet. Uns hat das ja nichts gemacht, aber ich bedauere die Soldaten, die im Schützengraben liegen. Die Österreicher sind zu schwach gegen die Russen. Wenn wir mal erst da sind, dann nehmen sie schon "Reiß aus"."

20.09.1914: "… Wir fahren noch 15 km, dann sind wir in Russland."

13.10.1914: "… Ich konnte mal wieder die Post nicht loswerden. Die Feldpost ist oft tagelang hinter uns. Wir sind jetzt kurz vor der Weichsel, da haben sich die Russen eingegraben. Der Krieg ist doch ein trauriges Elend, da habe ich mir das doch anders vorgestellt, und wie lange wird das noch dauern? Es ist schon sehr kalt, besonders nachts, wenn man auf dem Felde liegt. Die Wege sind sehr schlecht. Die Lebensmittel sind schwer heranzukriegen. In zwei Tagen haben wir schon kein Brot mehr bekommen. Vorgestern habe ich auch Johann noch gesehen."

15.10.1914: Johann Grotendorst schreibt am 31.10.1914:
"Am 15.10. ist in einem schweren Waldgefecht Bernhard Bischop gefallen. Ich habe meinen Leutnant gebeten, zu den Grenadieren gehen zu dürfen, um mich zu erkundigen. "Er war sofort tot", sagten die Nebenmänner."

Wilhelm Kipp schreibt am 16.10.1914:
"Gestern um 06:00 Uhr losgerückt, um 08:00 Uhr mit den Russen ins Feuer. Wir lagen im Wald 150 m auseinander und stürmten schon nach 20 bis 25 Minuten die Stellung. Leider sind 74 Mann von der Kompanie liegen geblieben. Unter ihnen auch Bischop."
Bernhard Bischop
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