Heinrich Küpers - Gefallene des Ersten Weltkriegs aus Raesfeld

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Heinrich Küpers

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Heinrich Küpers
Name:Küpers
Vorname(n):Heinrich Anton
geboren am:11.04.1890
in:Raesfeld
vermisst:03.02.1915
in:Ailles (Frankreich)
Gedenkstätte:Friedhof Raesfeld
Dienstgrad:Unteroffizier
Beruf:
Drechsler
Eltern:Drechsler
Heinrich Küpers
und Elisabeth
geb. Wilger,
Bruder von
Josef Küpers
Königlich Preußisches 8. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 159, 4. Kompanie
Der Unteroffizier der Reserve, Heinrich Anton Küpers, katholisch, geboren zu Raesfeld am 11.04.1890, Drechsler, ledig, Vater Heinrich Küpers, Drechsler, Mutter Elisabeth, geb. Wilger, wohnhaft zu Raesfeld, ist am 03.02.1915 – 03:30 Uhr nachmittags bei Ailles gefallen. – Schulterschuss.

Feldpost:

Mülheim a. d. Ruhr, den 06.09.1914: "Vor acht Tagen bin ich zum 3. Rekruten-Depot kommandiert. Es besteht aus 400 Freiwilligen, durchweg Studenten, Abiturienten, Einjährigen und Seminaristen. Dieselben hausen alle zusammen im Exerzierschuppen. Ich natürlich auch. Wir haben wenigstens noch Betten, die anderen Strohsäcke. Sie liegen gedrängt nebeneinander. Sieben Reihen in der Länge durch den Schuppen. Ihr könnt Euch keinen Begriff machen von so einem Treiben. Die anderen Raesfelder sind am vorigen Sonntag ausgerückt. Ich wäre gerne mitgefahren, aber es hat nicht sollen sein."

04.11.1914: "Im Felde bei der 14. Reserve-Division. Wir sind hier die reinsten Höhlenbewohner. Am meisten fehlt es an Zigarren, Zigaretten und Streichhölzern."

07.12.1914: "Hier in Neuville merkt man nicht viel vom Krieg. Man hört nur den Kanonendonner. Wenn die Franzosen mal feste schießen, dann fliegen die Kugeln hier auf dem Hof herum. Wir liegen mit sechs Unteroffizieren in einem Schweinestall. Morgen geht es dann in den Schützengraben. Acht Tage haben wir Frost und etwas Schnee gehabt. Wenn man bei solchem Sauwetter 24 Stunden im Schützengraben gewesen ist und dabei durch die engen Laufgräben gegangen ist, dann ist man so richtig feldgrau oder vielmehr feldgelb."

Ailles, den 15.12.1914: "Von dreimal 24 Stunden steht man 36 Stunden (zwei Nächte und einen Tag) im Graben auf Posten bis an die Knie im Dreck. Wenn man dann abgelöst wird, muss man den Schlamm aus den Gräben machen. In 72 Stunden hat man eine Nacht Ruhe, dann fängt das alte Lied von vorne an. Wenn man sich dann nachts in den Erdhöhlen auf dem feuchten Stroh hingelegt hat, so dauert es nicht lange und es fängt an zu tropfen, bis es schließlich überall durchregnet."

21.12.1914: "In den beiden Nächten haben die Franzosen einen Durchbruchsversuch gemacht, sind aber glänzend heimgeleuchtet worden. Ich wurde durch heftiges Infanteriefeuer geweckt. Einen Augenblick später feuerte unsere Artillerie ununterbrochen dazwischen."

Ailles, den 29.01.1915: "Was ich bisher erlebt habe, war Spielerei gegen die letzten Tage. Als wir von Nawion abrückten, wurde uns gesagt, dass wir dem 12. Korps zur Verfügung ständen. Die drei ersten Kompanien von unserem Bataillon und zwei Regimenter Sachsen gingen in erster Linie zum Sturm vor. Unsere Kompanie kam in zweiter Linie. Wir haben ein stark ausgebautes Erdwerk erstürmt und ungefähr 1500 bis 2000 Gefangene gemacht. Wir haben verhältnismäßig wenige Verluste, dagegen ist unsere 3. Kompanie fast ganz aufgerieben worden. In der ersten Nacht versuchten die Franzosen viermal die Stellung wieder zu nehmen, sie haben sich aber blutige Köpfe geholt. Wir stehen jetzt schon vier Tage  und Nächte im Graben. Die Leute sind halbtot gefroren, denn es ist sehr kalt. Ich will jetzt schließen, denn meine Finger sind steif vor Kälte."

Fünf Tage später war Heinrich Küpers gefallen. Ein Kamerad zeichnete sein Grab.
Heinrich Küpers, rechts
Heinrich Küpers
Heinrich Küpers, Grab
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