Karl Meyering - Gefallene des Ersten Weltkriegs aus Raesfeld

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Karl Meyering

Gefallene I. WK > Ko - M
Karl Meyering
Name:Meyering
Vorname(n):Karl
geboren am:06.11.1886
in:Raesfeld
gestorben:10.04.1918
in:Armentiéres, Frankreich
Gedenkstätte:Friedhof Raesfeld
Dienstgrad:Infanterist
Beruf:
Kaufmann
Eltern:Heinrich Meyering und Christine
geb. Roring
6. Kompanie des Infanterie-Regimentes Nr. 369

Personalien: Karl Meyering, katholisch, geb. am 06.11.1886 zu Raesfeld, Kaufmann, ledig, Vater Heinrich Meyering, Mutter Christine, geb. Roring.

Zusatz: Am 23.08.1917 im Vereinslazarett Borken i.W. aufgenommen, erkrankt während des Urlaubs an einem Luftröhrenkatarrh, von dort zum Festungslazarett Wesel. Am 20.09.1917 zur Kompanie zurück. Am 10.04.1918 in der Schlacht bei Armentiéres durch Maschinengewehr getötet (Kopfschuss).

Feldpost:

10.10.1916: "Wir haben in der letzten Zeit sehr häufig unseren Standort gewechselt. Jetzt bin ich im Feld-Rekrutendepot und werde als Infanterist ausgebildet."

22.07.1917: "Mit der Zeit hat man ja auch gelernt, sich in das Unvermeidliche zu fügen. Unsere Stellung ist ziemlich ruhig. Wir haben so allerhand Gesindel vor uns: Schwarze, Zuaven usw."

Borken, den 31.08.1917: "Ich muss noch immer die Stube hüten. Der Doktor sagte, ich würde so bald nicht wieder hinauskommen. In gut acht Tagen sind aus Raesfeld wieder fünf gefallen. Jetzt waren es Bernhard Wenning und Alois Buss, der bei Theodor Kemming arbeitete. Das waren beide ein paar brave Kerle. Wenn das so weiter geht, werde ich auch wohl bald an der Reihe sein."
08.10.1917: "Augenblicklich sind wir wieder aus der Stellung heraus und sind jetzt Stoßdivision für den Fall, dass der Engländer mal wieder einen Durchbruch wagt. Was von unserem Bataillon vorne war, ist dort geblieben und in englische Gefangenschaft geraten. Die Champagne-Schlacht war ein Kinderspiel dagegen."

14.10.1917: "Bin zum Telefontrupp abkommandiert. Der Krieg hier ist anscheinend sehr gemütlich."

Aus dem letzten Brief: Emmaus, den 01. April 1918 – Ostermontag: "Liebe Schwester! Du wirst wohl denken, wo steckt er denn, dass er noch an Emmaus denkt. Ich kann es dir genau sagen, im Beton-Unterstand, wo die Tische und Stühle vom Einschlag der Granaten wackeln. Der Tommi bekommt allerdings den größten Teil aufgeladen."

+10.04.1918

Der Kamerad Homoet aus Billerbeck am 18.04.1918: "Unser Regiment musste sich an dem Sturmlauf gegen die Engländer beteiligen. Wir vier Telefonisten befanden uns in einer schrecklichen Lage, in der wir uns nicht einmal sichern konnten. In einer überschwemmten Wiese hatte uns der Engländer bemerkt, und wir erhielten dann solange Maschinengewehrfeuer, bis er sich sagte: "Nun sind sie tot." So uns tot stellend mussten wir im Nassen liegen bleiben, bis es dunkel wurde. Zu Anfang lag Karl rechts neben mir, und er ist dann auch sofort gestorben. Ein Kamerad und ich arbeiteten uns auf dem Bauche kriechend eine Strecke rückwärts. Weil ich nicht wusste, ob Karl wirklich tot sei, oder ob ich ihm noch helfen konnte, bin ich wieder zu ihm nach vorne gekrochen. Da habe ich ihn umgewendet und zum Abschied die Hand gedrückt. Etwas Blut aus Nase und Mund. Er hatte keinen Laut der Klage von sich gegeben."

Karl Meyering, rechts
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