Wilhelm Ebbert - Gefallene des Ersten Weltkriegs aus Raesfeld

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Wilhelm Ebbert

Gefallene I. WK > Bro - E
Name:Ebbert
Vorname(n):Wilhelm
geboren am:11.01.1892
in:Raesfeld
gestorben:20.08.1916
bei:Verdun (Frankreich)
letzte Ruhestätte:Kriegsgräberstätte
Brieulles-sur-Meuse,
Endgrablage Block 4A Grab 124
Gedenkstätte:Friedhof Raesfeld
Dienstgrad:Unteroffizier
Beruf:
Fabrikarbeiter
Eltern:Wilhelm Ebbert und Christina geb. Mümken
Familie:Bruder von Hermann Ebbert
Wilhelm Ebbert
Der Königlich Preußische Minister des Innern hat am 17.01.1915 mitgeteilt, dass der Musketier Wilhelm Ebbert, katholisch, ledig, (Bruder des Hermann Ebbert) aus Raesfeld am 25.09.1914 bei Bourgogne infolge Verwundung gestorben sei.

Zu dieser amtlichen Mitteilung gab der Vater folgendes zu Protokoll: "Mein Sohn, der am 11.01.1892 geborene Fabrikarbeiter Wilhelm Ebbert, seit Oktober 1913 Musketier der 9. Kompanie des 1. Westfälischen-Infanterie-Regimentes Nr. 13, ist beim Ausbruch des Krieges mit seiner Truppe ins Feld gerückt und am 29.08.1914 bei St. Quentin am Unterschenkel verwundet worden. Derselbe ist zunächst in einem Feldlazarett, dann bis Ende Oktober 1914 im Lazarett in Leichlingen verpflegt worden. Hierauf war er beim Ersatz-Bataillon des Regimentes Nr. 13 in Münster und ist am 16. Dezember 1914 wieder zur Front abgegangen und dort bei der 2. Kompanie desselben Regimentes eingestellt worden, wo er sich gegenwärtig noch befindet. Noch in den letzten Tagen habe ich eine von ihm selbst geschriebene Nachricht, die vom 05.02.1915 datiert war, erhalten.

Die mir vorgelegte Mitteilung des Herrn Ministers des Inneren vom 17.01.1915 kann daher nicht zutreffend sein.
Daraufhin hatte das Kriegsministerium festgestellt, dass der als verstorben Gemeldete noch am Leben ist.

Am 23. September 1916 aber traf die Nachricht ein, dass der Unteroffizier Wilhelm Ebbert am 20.08.1916 vor Verdun gefallen sei.

Feldpost:

Der am 25.09.1914 Totgesagte schrieb am 16.01.1915: "Wir haben jetzt viel Verstärkung bekommen. Als ich kam, war die Kompanie nur noch 80, jetzt 180 Mann stark. Im Schützengraben ist es stellenweise so furchtbar nass, dass man bis an die Knie im Dreck steht. Es werden aber jetzt Bretter gelegt. Man ist hier richtig Lehmarbeiter."

Oignies, den 11.05.1915: … Aus dem Lazarett die besten Grüße. Ich habe nochmal Glück gehabt. Die Kugel prallte nämlich an einem Brett ab, sonst hätte es gefährlich werden können.
Vorgestern wollten die Engländer mal wieder durchbrechen. Unser Regiment blieb noch ziemlich verschont, aber links davon bei den 55., 15. und 56. soll es ganz toll hergegangen sein. Die Engländer liegen zu Hunderten vor den Drahtverhauen (s. A. Löchteken).

01.10.1915: "Wie ich schon mitteilte, haben wir hier in letzter Zeit "dicke Luft" gehabt, denn die Engländer haben hier bei unserem Regiment am 25. morgens einen Gasangriff gemacht, aber sie haben doch feste was auf den Deckel bekommen. An einer Stelle waren sie schon etwas vorgekommen, sonst blieben sie überall vor dem Drahtverhau tot liegen. Da liegen sie jetzt noch haufenweise. Wo sie in unsere Gräben eingedrungen waren, da haben wir sie wieder mit Handgranaten herausgetrieben. Dabei machten wir noch 500 Gefangene, und zwar allerhand verschiedene Sorten: Engländer, Schottländer, Indier, Senegalesen und wie sie alle heißen. Einige hatten noch lange Haare, wie Frauen. Die hatte ich noch nie gesehen. Unsere Kompanie hat noch viele Leute an andere Kompanien abgeben müssen, weil die so viel Verluste hatten."

16.04.1916: "Als kleines Andenken schicke ich meine Photographie. Es soll mich bloß wundern, wo wir jetzt wieder hinkommen. Schlechter, wie wir es gehabt haben, bekommen wir es so leicht nicht wieder. Wir wollen hoffen, dass für uns alle bald der lange Urlaub beginnt und wir uns dann alle wiedersehen."

17.08.1916: "Wir sind jetzt vierzehn Tage an einem Stück in Stellung, dann kommen wir sechs Tage in Ruhe. Wenn alles gut geht, dann denke ich nächsten Monat in Urlaub zu fahren. Fleißig beten!"

19.08.1916: "Von mir kann ich nur das Beste berichten. Wir wollen hoffen, dass wir uns alle gesund in der lieben Heimat wiedersehen."

Diese schöne Hoffnung sollte sich nicht verwirklichen. Der "ewige Urlaub" begann am 20.08.1916.

Das Regiment: "Möge das Bewusstsein, dass Ihr Sohn seiner Pflicht bis zum Tode getreu war, Ihren Schmerz lindern. Er ist mit allen militärischen Ehren am 21.08.1916 auf dem Heldenfriedhof in Brieulles beigesetzt worden."

Wilhelm Ebbert
Wilhelm Ebbert
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